Weidengewächse:


Weidengewächse existieren von der arktischen Tundra über die gemäßigte Zone bis in die Tropen. Die Gattung der Weiden (Salix) zählt zu den ältesten voreiszeitlichen Blütenpflanzen. Die Gattung der Weidengewächse (salix) zählt bis zu 500 Arten, wobei in Mitteleuropa ca. 50 verschiedene Weidenarten anzutreffen sind. Es handelt sich dabei um sommergrüne Gehölze. Die wechselständigen Blätter sind kurzgestielt und ungeteilt. Weidengewächse sind zweihäusige Pflanzen, das heißt, die einzelne Pflanze besitzt weibliche oder männliche Blüten. Blüten beider Geschlechter sind in aufrechten Kätzchen angeordnet. Viele Weiden blühen weit vor dem Blattaustrieb und sind somit die erste Blütennahrung für unsere Bienen.

Jedes Jahr werden große Mengen von Samen gebildet. Die Samen sind nur knapp 1,5 mm lang und mit feinen Härchen versehen, mit denen sie als wollene Flocken sehr weit fliegen können. Auf geeignetem Boden erfolgt die Keimung innerhalb weniger Stunden und bereits am folgenden Tag hat sich der Sämling entwickelt. Die Keimfähigkeit beträgt allerdings nur wenige Wochen. Eine andere Art der Vermehrung von Weiden ist die vegetative Vermehrung. Zweige von Weiden bilden sehr gut Wurzeln und schlagen aus. Die weitverbreitete Salweide ist für die vegetative Vermehrung ungeeignet.

Tipp: Je schmalblättriger die Blätter, um so besser die vegetative Vermehrung.

Weideniglu Wig4Das Weidenholz ist weich und gegenüber anderen Baumarten sehr leicht. Verwendung findet es daher bei der industriellen Nutzung nur in der Span- und Faserplatten- sowie der Zellstoffproduktion. Weiden und ihre nahen Verwandten die Pappeln bilden im Gegensatz zu den anderen typischen Holzgewächsen kein Kernholz aus. Das ist das innere Skelett des Baumes, das dunkler von dem umgebenden Splintholz abgehoben ist. Diese dunkle Färbung wird hervorgerufen durch Gerbstoffe, die unter anderen eine fungizide Wirkung haben, also den Baum vor Pilzbefall schützen sollen. Weiden und Pappeln fehlen diese Wirkstoffe, sie bestehen nur aus Splintholz, deshalb sind sie so anfällig gegenüber Pilzbefall.

Eine andere wirtschaftliche Bedeutung erlangt die Baumweide erst durch regelmäßiges "Köpfen". Auf diese Weise entstehen die Kopfweiden, die vielerorten das Landschaftsbild prägen. Die Verwendung der Weidenruten ist sehr vielfältig und wird auf den nachfolgenden Seiten beschrieben.


An dieser Stelle soll auch nicht verschwiegen werden, dass Weidenrinde Salicin enthält, einen Wirkstoff, der zur Herstellung von Schmerzmitteln (Aspirin) verwendet wird.